Gründonnerstag, 9. April 2020

Lied zur Einstimmung

Beim letzten Abendmahle
Johann Sebastian Bach
Kammerchor Leonhard Lechner

Beim letzten Abendmahle,
die Nacht vor seinem Tod.
Nahm Jesus in dem Saale,
Gott dankend Wein und Brot.
Nehmt, sprach er, trinket, esset.
Das ist mein Fleisch, mein Blut
damit ihr nie vergesset,
was meine Liebe tut.
Dann ging er hin zu sterben
aus liebevollem Sinn,
gab, Heil uns zu erwerben,
sich selbst zum Opfer hin.
O lasst uns ihm ein Leben,
von jeder Sünde rein,
ein Herz ihm ganz ergeben
zum Dankesopfer weihn.

Allmächtiger, ewiger Gott.

Am Abend vor seinem Leiden hat dein geliebter Sohn der Kirche das Opfer des Neuen und Ewigen Bundes anvertraut und das Gastmahl seiner Liebe gestiftet.
Gib, dass wir aus diesem Geheimnis die Fülle des Lebens und der Liebe empfangen.

Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus. Amen.

Erste Lesung

Ex 12, 1-8

Die Feier des Paschamahls

In jenen Tagen sprach der Herr zu Mose und Aaron im Land Ägypten:

Dieser Monat soll die Reihe eurer Monate eröffnen, er soll euch als der Erste unter den Monaten des Jahres gelten. Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am Zehnten dieses Monats soll jeder ein Lamm für seine Familie holen, ein Lamm für jedes Haus. Ist die Hausgemeinschaft für ein Lamm zu klein, so nehme er es zusammen mit dem Nachbarn, der seinem Haus am nächsten wohnt, nach der Anzahl der Personen. Bei der Aufteilung des Lammes müsst ihr berücksichtigen, wie viel der Einzelne essen kann.
Nur ein fehlerfreies, männliches, einjähriges Lamm darf es sein, das Junge eines Schafes oder einer Ziege müsst ihr nehmen.

Ihr sollt es bis zum vierzehnten Tag dieses Monats aufbewahren. In der Abenddämmerung soll die ganze versammelte Gemeinde Israel es schlachten.
Man nehme etwas von dem Blut und bestreiche damit die beiden Türpfosten und den Türsturz an den Häusern, in denen man es essen will. Noch in der gleichen Nacht soll man das Fleisch essen. Über dem Feuer gebraten und zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern soll man es essen.

So aber sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an euren Füßen und euren Stab in eurer Hand. Esst es hastig! Es ist ein Pessach für den Herrn – das heißt: der Vorübergang des Herrn. In dieser Nacht gehe ich durch das Land Ägypten und erschlage im Land Ägypten jede Erstgeburt bei Mensch und Vieh. Über alle Götter Ägyptens halte ich Gericht, ich, der Herr.

Das Blut an den Häusern, in denen ihr wohnt, soll für euch ein Zeichen sein. Wenn ich das Blut sehe, werde ich an euch vorübergehen und das vernichtende Unheil wird euch nicht treffen, wenn ich das Land Ägypten schlage. Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen. Feiert ihn als Fest für den Herrn! Für eure kommenden Generationen wird es eine ewige Satzung sein, das Fest zu feiern!

Wort des lebendigen Gottes.

Antwortpsalm

Ps 116

Der Kelch des Segens gibt uns Anteil an Christi Blut

​Wie kann ich dem Herrn vergelten all das Gute, das er mir erwiesen?
Den Becher des Heils will ich erheben. Ausrufen will ich den Namen des Herrn.

Kostbar ist in den Augen des Herrn der Tod seiner Frommen.
Ach Herr, ich bin doch dein Knecht, der Sohn deiner Magd! Gelöst hast du meine Fesseln.

Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen, ausrufen will ich den Namen des Herrn.
Meine Gelübde will ich dem Herrn erfüllen in Gegenwart seines ganzen Volkes.

Zweite Lesung

1 Kor 11, 23-26

Sooft ihr von diesem Brot esst und aus diesem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt

Schwestern und Brüder!

Ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis!

Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!
Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

Wort des lebendigen Gottes.

Evangelium

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

Joh 13, 1-15

Er liebte sie bis zur Vollendung

Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zur Vollendung.

Es fand ein Mahl statt und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskáriot, schon ins Herz gegeben, ihn auszuliefern.
Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch.
Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.

Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen?
Jesus sagte zu ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen.

Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen!
Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir.
Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt.

Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle.
Er wusste nämlich, wer ihn ausliefern würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.

Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe?
Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es.
Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen.
Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus.

Fürbitten

Am Abend vor seinem Leiden hat unser Herr jene Menschen um sich versammelt, die ihm besonders nahe standen. Darum beten wir heute

für die Menschen, die die Nachfolge Christi zu ihrem Beruf und Lebensinhalt gemacht haben.

für jene, die auf dem Weg der Nachfolge müde geworden sind oder an Enttäuschungen zerbrochen sind und für jene, die diesen Weg mit einem leeren Herzen weitergehen.

für alle Frauen und Männer, die in ihrer Familie, in der Gemeinde oder am Arbeitsplatz Zeugnis geben von ihrem christlichen Glauben, auch wenn sie in ihrer Umgebung kein Verständnis finden.

für alle, die in diesen Tagen den Tod vor Augen haben.

Gott, unser Vater. Du hast deinem Sohn die Angst am Ölberg, das Leiden und den Tod nicht erspart, aber du hast ihn auferweckt zu einem neuen Leben. Auf dich schauen wir in der Vergänglichkeit dieser Welt und schöpfen Vertrauen durch Christus, unseren Herrn. Amen. 

Vater unser

Lasset uns beten, wie Gott uns zu beten gelehrt hat.

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.

Amen

Tragen Sie an Gott Ihre Gedanken und Sorgen heran.
Danken Sie ihm und bitten Sie für sich und andere.

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Lied zum Abschluss

Weisst du eigentlich?

Weisst du eigentlich, wohin dein Weg dich führt?
Ob er nicht am Ende zur Enttäuschung wird?
Ist nicht deine Glückserwartung heute schon Selbstbetrug, Illusion?

Komm mit auf den Weg, den Gottes Wort dir weist!
Geh doch mit den rechten Weg, der Jesus heißt!
Viele wagten schon den Schritt, dann merkten sie:
Sein Wort ist wahr und täuscht uns nie!

Sieh, wie Gott in seinem Wort den Weg dir zeigt!
Sieh doch, wie er sich in Jesus zu dir neigt!
Ihm, der Weg und Wahrheit sich und Leben nennt,
vertrau Ihm, der das Ziel schon kennt.

Weisst du eigentlich, auf welchem Weg du gehst?
Weisst du, wie es sein wird, wenn am Ziel du stehst?
Ob du, wenn du vor Gott stehst und er dann spricht,
Antwort weisst oder nicht?

Komm mit auf den Weg, den Gottes Wort dir weist!
Geh doch mit den rechten Weg, der Jesus heisst!
Viele wagten schon den Schritt, dann merkten sie:
Sein Wort ist wahr und täuscht uns nie!

Sieh, wie Gott in seinem Wort den Weg dir zeigt!
Sieh doch, wie er sich in Jesus zu dir neigt!
Ihm, der Weg und Wahrheit sich und Leben nennt,
vertrau Ihm, der das Ziel schon kennt.

Allmächtiger, ewiger Gott,

du hast uns heute im Abendmahl deines Sohnes gestärkt.
Sättige uns beim himmlischen Gastmahl mit dem ewigen Leben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn. Amen.

Gehet hin in Frieden. Dank sei Gott dem Herrn.

Kollekte

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